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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

was wird bei Erscheinen diese Mitteilungsblattes unter Garantie noch Thema sein- na klar, der Ausgang der Hessenwahl.

Als ich diese Zeilen schreibe, reicht es ganz knapp für eine Fortsetzung von Schwarz – Grün, wobei die FDP abgelehnt hat mitzuregieren.
Trotzdem die CDU stärkste Kraft bleibt, verliert sie zweistellig wie auch die SPD. Das wird als Signal an Berlin interpretiert. Die hessischen Wähler haben damit die Landtagswahl genutzt, die GroKo – Parteien in Berlin abzustrafen.

Auch nach der Wahl bleibt unser Hessenland ein schönes Land. Das fand auch Alf Burchardt, Reporter des „Stern“ der in der vorletzten Ausgabe (Nr. 43) über den Premium Radweg R1, entlang an Fulda und Werra berichtete und für unsere Region nur Bestnoten vergab. Ein Deutschland wie aus dem Bilderbuch, so sein Fazit. Sogar über Guxhagen fand er berichtenswertes. Er schreibt: „Vor einem Haus in Guxhagen leuchteten Bänke in bunten Farben, es ist das Atelier von Rainer Schunder.“ Werkstatt und Wohnhaus stehen in Unteralbshausen. Dort entstehen die Bänke im typischen Schunder-Design – geschwungen wie Puzzleteile, mal knallbunt, mal holzfarben, aber immer unverwechselbar. Der früherere Bildhauer hat sich auf funktionale Kunst verlegt. Kunst die nur in irgendwelchen Räumen herumsteht, wird nur von wenigen Menschen gesehen. Seine Bänke stehen nicht nur entlang des R1, sondern auch vor vielen KiTas´s, Krankenhäusern, Sozialstationen oder Privathäusern. Dort im öffentlichen Raum, sind sie echte Hingucker und machen Rainer Schunder über die Grenzen Guxhagens hinaus bekannt und seine Bänke zu einem Alleinstellungsmerkmals des R1 zwischen Melsungen und Kassel und sein Atelier in der Kleinen Brückenstraße zu einem Anziehungspunkt, nicht nur für Radler.
So gesehen ist der Stern-Artikel eine tolle Publicity für unseren R1 und die Region Mittleres Fuldatal.

Überhaupt: das Mittlere Fuldatal, der frühere Altkreis Melsungen mit seinen Städten Melsungen, Felsberg und Spangenberg und den Gemeinden Morschen, Malsfeld, Körle und Guxhagen kann sich sehen lassen. Das „mittlere“ Fuldatal, ein Kunstbegriff ohne geographischen Bezug, entwickelt sich und wird auf Grund seiner reizvollen Landschaft entlang der Fulda mit seinen waldreichen Höhenzügen von immer mehr Touristen als lohnenswertes Ziel entdeckt.
Der Erfolg kommt nicht von allein, sondern ist das Ergebnis vieler verschiedener Akteure. Es sind dies in erster Linie die sog. Leistungsanbieter, Hotels, Pensionen, Gasthäuser, Campingplätze, Boots- und Radverleih, aber auch der kommunale Tourismus, das Regionalmanagement und die Grimm-Heimat als übergeordnete Destinationsebene.

Vor allem unsere Regionalentwicklungsgesellschaft des Mittleren Fuldatals ist innovativ. Das konnte man letzten Freitag bei einem Informationsabend zum Thema “Car-Sharing“ – erfahren.
Wie kann man die Zahl der Fahrzeuge reduzieren ohne Verlust von Mobilität ist eine der Kernpunkte der von der Politik angestrebten Verkehrswende. Hierzu hatte die Regionalmanagerin Marion Karmann Herrn Michael Schramek eingeladen, der sich deutschlandweit mit Carsharing-Modellen beschäftigt. Autos stehen viel mehr, als dass sie bewegt werden. Diese Feststellung stand im Widerspruch zu den Erfahrungen der Anwesenden, die unisono meinten, ohne Auto geht bei uns auf dem Land nichts. Dem widersprach Her Schramek: „Es geht vieles ohne eigenes Auto.“ Er selbst hat sein eigenes Geschäftsführerfahrzeug auch für Mitarbeiter seiner Firma für die dienstliche Nutzung zur Verfügung gestellt und ist trotzdem mobil geblieben. Obwohl er seit eingen Jahren in Jesberg wohnt, einem kleinen Dorf mit rd. 2.300 Einwohnern gelegen zwischen Marburg und Kassel als die nächsten größeren Städte, ohne eigenen Bahnhof.
In diesem absolut ländlichen Ort hat er ein Mobilitätskonzept aufgebaut. Dieses basiert daraf, dass Privatpersonen ihr Auto zu Carsharing-Zwecken anderen gegen Entgelt überlassen.

Die Jesberger Flotte besteht aus einem 9-Sitzer-Bus einer Großfamilie, dem Caddy von Herrn Schramek, einen Smart, überlassen von einer örtlichen Bank, 3 Elektrolastenfahrräder des örtlichen EDEKA-Händlers und einem Elektroroller, gestiftet vom örtlichen Elektriker. Die Firma von Herrn Schramek organisiert den Verleih. Interessierte erhalten einen digitalen Aufkleber im Führerschein, das gebuchte Fahrzeug erkennt digital die Buchung und der Fahrer kann einsteigen, der Schlüssel befindet sich im Fahrzeuginneren.
Der Preis für die Nutzung ergibt sich aus einem Mix von Nutzungsdauer und Fahrstrecke. 70 Prozent des Erlöses gehen an den Eigentümer des Fahrzeugs, 10 Prozent an einen Verein, der Rücklagen für Investitionen bildet, 20 Prozent gehen an die Firma von Herrn Schramek.

Nach betriebswirtschaftlicher Auswertung ergibt sich eine Win-Win-Situation. Die Großfamilie kann ihren Bus nach wie vor benutzen und spart über das Car-Sharing Entgelt im Jahr rd. 4000,- €. Der an sich nötige Zweitwagen ist entbehrlich, da Smart und Caddy als Car-Sharing Fahrzeuge den gleichen Zweck erfüllen.
Wer weniger als 7000 km im Jahr fährt, für den rechnet sich ein Carsharing-PKW.

Nach den gemachten Erfahrungen lohnt sich ein Carsharing-System vor allem dort, wo städtische Verkehrsbedingungen herrschen.
„Guxhagen ist ideal, mit Autobahnanschlüssen und einem Bahnhof, viel besser als das ländliche Jesberg fernab vom nächsten Bahnhof und Autobahnanschluss.
Autos partiell nutzen, wenn man sie braucht, statt sie zu haben und rumstehen lassen ist nur eine Veränderung. Schramek wagte einen Blick in die Zukunft, Der Wandel zum E-Auto werde sehr viel schneller kommen als gedacht. Dabei verwies er auf die DDR. Als die Grenze aufging, wechselten die DDR-Bürger in kurzer Zeit auf die technisch besseren West-Fahrzeuge. Die Batterieleistung und damit die Reichweite wachse kontinuierlich. Mit größeren Stückzahlen sinke der Preis unter vergleichbare Verbrennungsmodelle. Es war ein hochinteressanter Vortrag. Die anwesenden Mandatsträger waren sich einig, sich mit dem Car-Sharing näher zu beschäftigen.

Eine schöne letzte Oktoberwoche – und herzliche Gratulation den wieder gewählten Bürgermeistern in Melsungen, Jesberg, Edertal und der neuen Bürgermeisterin Silke Engler in Baunatal.

Herzliche Grüße aus dem Rathaus

Ihr Bürgermeister
Edgar Slawik

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