Info-Ecke des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das ist die erste Info-Ecke im erst wenige Tage alten „Neuen“ Jahr, ich hoffe Sie sind gut „reingerutscht“ und haben sich schon daran gewöhnt, dass wir jetzt 2018 schreiben.
So richtig neu fühlt es sich nicht an, das neue Jahr. Regen, Sturm und milde Temperaturen wie schon vor Weihnachten herrschen vor. Seit einer gefühlten Ewigkeit führt die Fulda Hochwasser und wälzt ihre schmutzig-braunen Fluten Richtung Kassel, ohne aber bei den Anrainer-Kommunen bislang wirklichen Schaden angerichtet zu haben. Auch Sturmschäden sind bei uns gottlob nicht zu verzeichnen.

Die politische Großwetterlage in Deutschland hat sich ebenfalls nicht geändert. Es wird sondiert, ob CDU/CSU und SPD genug Gemeinsamkeiten haben, um die bei der Bundestagswahl abgewählte Große Koalition fortzusetzten. Eine schnelle Regierungsbildung hat Kanzlerin Angela Merkel allen Bürgern in ihrer Neujahrsansprache versprochen.
Ende dieser Woche, am 12. Januar, soll das gegenseitige Ausloten beendet sein. 39 Mitglieder stark sind die Verhandlungsteams von CDU, CSU und SPD. Ihnen gehören jeweils die meisten Mitglieder der Parteipräsidien sowie wichtige Landespolitiker und Ministerpräsidenten an. Doch was kommt nach dem Ausloten?
Denn schon beim angestrebten Ziel der Gespräche gehen die Wünsche auseinander: die CDU will eine „stabile Regierung“ und spricht sich klar für eine große Koalition aus.
Die SPD-Spitze will “ergebnisoffen“ verhandeln, könnte sich also auch eine von ihr tolerierte Minderheitsregierung vorstellen.

CSU-Chef Seehofer betont, man werde alles tun in diesen Gesprächen, damit es zu vernünftigen Vereinbarungen kommt. Wenn nicht, wären seiner Meinung nach Neuwahlen das Beste.
Aber: die Gegensätze sind groß, insbesondere in der Flüchtlings- und Sozialpolitik.
Und vor allem an der SPD-Basis ist der Widerstand gegen eine mögliche neue Groko groß. Deswegen gibt es auch keinen Automatismus. Selbst wenn bei den Sondierungen alle inhaltlichen Hürden genommen werden, wird auf einem Parteitag Ende Januar entschieden, ob die SPD-Mitglieder ihrer Führung überhaupt erlauben in formale Koalitionsgespräche mit der Union einzutreten. Wenn ja, dann würde die Bildung einer neuen Regierung wohl noch bis Ostern dauern. Wenn nein – nicht auszudenken – Minderheitsregierung, Neuwahlen oder erneut Jamaika?!

FDP Vize Wolfgang Kubicki hätte jedenfalls nichts gegen eine Koalition mit einer „erneuerten“ CDU/CSU, will heißen ohne Merkel, denn er macht sie für das Jamaika-Scheitern verantwortlich.

Die politischen Verhältnisse bleiben unberechenbar, wie das Wetter eben.
Es zeigt sich, dass mit der Bundestagswahl etwas verlorengegangen ist, Stabilität und eben Berechenbarkeit, in einer Welt, die ohnehin aus den Fugen geraten zu sein scheint.

Hauptsache, wir sind gesund. Das hat etwas mit unseren Lebensbedingungen, Ernährungsgewohnheiten aber auch mit unserer ärztlichen Versorgung zu tun. Um letztere, namentlich bei den Hausärzten im ländlichen Bereich, ist es zunehmend schlecht bestellt.


Erinnern Sie sich noch? Vor über 30 Jahren feierte das ZDF mit seiner “Schwarzwaldklinik“ einen riesigen Serienerfolg. Prof. Klaus Brinkmann alias Klaus-Jürgen Wussow war fast schon ein Halbgott in weiß. Honorig, vielleicht jemand dem der Titel noch zur Ehre gereichte. Damals war auch noch keine Rede von Behandlungsfehlern, Zweiklassenmedizin und Ärztenotstand. Der Hausarzt auf dem Land ein Traumberuf, der seinen Mann/Frau gut ernährte. Ca. 379.000 Ärzte arbeiten in Deutschland im stationären wie ambulanten Bereich, dennoch herrscht Ärztemangel. In Brandenburg kommen auf einen Arzt 256 Einwohner, in Hamburg 140. Es ist, so scheint es, kein Mengen – sondern ein Verteilungsproblem. Denn Mediziner zieht es in Metropolen und in die Kliniken.
Sie scheuen das wirtschaftliche Risiko als allein auf sich gestellten Selbstständigen und möchten sich nicht für 15 Jahre an einen Ort binden, der womöglich fernab von einer städtischen Region liegt und einem jungen Arzt/Ärztin mit Familie wenig zu bieten hat.

Das richtige Rezept dagegen ist noch nicht gefunden. Finanzielle Anreize reichen nicht aus. In Hessen wurde die Förderprämie zur Ansiedlung auf dem Land in 2017 durch die Kassenärztliche Vereinigung wieder abgeschafft.

Auch bei uns zeigt sich mit dem Schließen einer Hausarztpraxis dieses Problem, denn die vorhandenen Hausarztpraxen können die Patienten nicht in Gänze aufnehmen. Einige müssen weitere Wege zu Ärzten in der Nachbarschaft auf sich nehmen.
Diese Problematik hat auch die Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung beschäftigt. Der Gemeindevorstand soll in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten die hausärztliche Versorgung Guxhagens in den nächsten Jahren beraten und nach Möglichkeit sicherstellen.

Babyboom in Deutschland und auch bei uns. Der Dezember war der Rekordmonat für unseren Storch: Er musste 5 Mal ausrücken, am 5., 8., 12., 21. und 28. 12., um den kleinen Ole in die Fuldatalstr. In Grebenau, den kleinen Valentin in die Goethestr., die kleine Liz in die Dörnhagener Str., den kleinen Joel Tomek ebenfalls in die Dörnhagener Str. und die kleine Elisa in die Poststr. zu bringen.

Ich beglückwünsche die stolzen Eltern und alle, die sich mit ihnen über die Ankunft der neuen Erdenbürger freuen!

Ihnen allen ein gutes, vor allem gesundes neues Jahr und hoffentlich weniger Wetterturbulenzen in der zweiten Januarwoche, der letzten Woche der Weihnachtsferien.

Herzlichst
Ihr Bürgermeister
Edgar Slawik

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